Archiv der Kategorie: phil-rouge in eigener Sache

Weihnachtsgedanken 2018

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir
Perlenengelchen, Riga

Das diesjährige Kartensujet zu Weihnachten ist mir mitten im Sommer bei einem Spaziergang durch die Altstadt von Riga «zugeflogen». – Ist dir das weisse Perlenengelchen im Erkerfenster aufgefallen? Ich jedenfalls erinnere mich nicht, dass ich es beim Fotografieren beachtet hätte. Erst später, als ich mich daran machte, die Urlaubsfotos zu bearbeiten und einzelne Bildausschnitte zu vergrössern, entdeckte ich das Engelchen im Fenster.

Vielleicht will das kleine Ding uns ja einen Wink mit auf den Weg geben: «Wunder warten dort, wo wir sie am wenigsten erwarten.»

Schärfen wir doch den Blick für das Unscheinbare, zoomen wir ab und zu ein Detail heran und widmen ihm unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Vielleicht streift uns dann – mitten im Gewirr von Wichtigkeiten und Nichtigkeiten – der fragile Flügelschlag leuchtender Erkenntnis und lässt uns den Atem anhalten. Uns allen wünsche ich mehr dieser Momente.

Schöne Festtage und ein entdeckungsreiches Neues Jahr!

Weihnachtsgedanken 2017

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir

21.12.2017, von Angela von Lerber

Ziemlich genau vor einem Jahr waren die Schweizer Bergseen schwarzgefroren. Die spiegelglatte Fläche und ihr geheimnisvolles Singen lockten Hunderte aufs Eis. Schon nach wenigen Tagen durchzogen unzählige Schleifspuren den See.

Weihnachtsgedanken phil-rouge 2017

Schwarzeis auf dem St. Moritzersee

Ähnlich zeigt sich im Rückblick das Jahr: Was vor einigen Monaten noch makellos vor uns lag, trägt heute sichtbare Spuren. – Lässt sich beim Zurückschauen ein gradliniger Weg ausmachen oder verlaufen die Spuren kreuz und quer wie auf dem St. Moritzersee? Sind es zufällige Spuren, gewollte oder minutiös geplante? – Der Jahreswechsel erinnert uns daran, dass wir immer wieder neu anfangen können. Ich finde das eine grossartige Einrichtung.

Danke, für die Spuren, die wir im vergangenen Jahr gemeinsam ziehen oder gegenseitig hinterlassen durften. Ich freue mich auf unberührtes Terrain, wenn wir uns nächstes Jahr wieder aufs Eis hinaus wagen.

Schöne Festtage und auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

Weihnachtsgedanken 2016

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir

23.12.2016, von Angela von Lerber

 

Wie schwer tun wir uns doch manchmal, loszulassen. – Daran musste ich denken, als ich diesen Herbst in Kunmings Strassen eine faszinierende Szene beobachtete: Ein Strassen-Kalligraf tauchte seinen riesigen Pinsel in einen Kübel Wasser und malte kunstvolle Schriftschriftzeichen auf den Asphalt.

Kalligrafie und Lebenskunst

Strassen-Kalligraf in Kunming

Umringt von Schaulustigen war er ganz bei der Sache. Nachdem er sein Werk vollendet hatte, stand er lange da und beobachtete, wie die Schrift auf dem Boden Strich um Strich verdunstete und sich in nichts auflöste. Als das letzte Fleckchen Nass entschwunden war, trat er einen Schritt zurück und reichte seinen Pinsel an den nächsten in der Zuschauerrunde weiter.

Ich wünsche uns allen ein befreiendes Abschiednehmen von allem Erlebten, Erreichten und vielleicht auch Erlittenen im vergangenen Jahr. Und eine positive Erwartungshaltung an das, was kommen mag. Auf weitere gute Zusammenarbeit im 2017!

Clown Dimitri – Erinnerungen an sein grosses Künstlerherz

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir

Clown Dimitri und sein unvergessliches Lachen

Clown Dimitri und sein unvergessliches Lachen

22.7.2016, von Angela von Lerber

In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 2016 schloss Clown Dimitri für immer die Augen. Sein Tod kam überraschend – ganz besonders für die, die ihm nahe standen. Am Vortag noch stand er mit dem Dreigenerationenprogramm «DimiTRIgenerations» zusammen mit seiner Familie auf der Bühne des Teatro Dimitri.

Sein feiner Humor, seine Menschlichkeit und sein breites Lachen werden uns allen fehlen.

Clown, Akrobat und Musikant

An Nachrufen, die das Lebenswerk des grossen Schweizer Künstlers ehren, mangelt es nicht, sodass ich mich gefragt habe, ob es überhaupt angebracht ist, auch noch einen Beitrag zu schreiben. Dennoch möchte ich dem Ehrenreigen ein paar ganz persönliche Erinnerungen anfügen:

Der Name Dimitri, das Teatro in Verscio und die Accademia waren für mich als Kleinkunstliebhaberin natürlich schon immer ein Begriff. Die Erinnerungen an seine Auftritte im Zirkus Knie sind noch lebendig. Ich kannte den Künstler als naiven Clown, Akrobaten und Musikanten. Als Fabulierer, Maler und Ideenfänger lernte ich den liebenswürdigen Clown erst 2010 kennen, als mein Mann Jean-Daniel mit seiner Künstleragentur Profile-Productions das Booking für ihn übernahm. Da war Dimitri bereits 75 Jahre alt und voller Tatendrang.

Dimitri als Karl Vester im Freilichtspiel von Hanspeter Gschwend auf dem Monte Verità

Dimitri als Karl Vester im Freilichtspiel von Hanspeter Gschwend auf dem Monte Verità

Wir besuchten ihn vor wenigen Tagen noch in seinem Haus im Centovalli und schauten ihm bei den Proben zu Hanspeter Gschwends Freilichtspiels „Monteverità – Sogni di un’altra vita – Träume eines anderen Lebens“ in der Rolle des letzten Monteveritaners Karl Vesters zu.

Dimitri, der Menschenfreund

Was Dimitri als Künstler ausmachte – sein feiner Humor, seine unbändige Schaffenskraft und sprudelnde Fantasie – das machte ihn auch als Mensch aus. Und umgekehrt. Starallüren waren ihm fremd. Lernte er eine neue Person kennen, frage er stets: „Und was machst du?“

War er unterwegs auf Tour, fand er zwischen den Aufführungen immer noch Zeit, mit seiner Frau Gunda zu telefonieren, eine Ausstellung zu besuchen oder sich mit Künstlerfreunden und Weggefährten zu treffen. Sass er mit seinem Techniker und Tourbegleitern im Restaurant, wurde diskutiert oder gelacht – und unvermittelt entstand aus einer zusammengeknüllten Papierserviette ein Clowngesicht.

Maler, Fabulierer und Ideenfänger

QR-Code à la Dimitri

QR-Code à la Dimitri

Auch wenn Dimitri sich mit dem Computer als Arbeitsinstrument nicht mehr anfreunden wollte – mit seiner wunderschönen Handschrift kommunizierte er lieber per Fax  – so war er modernen Technologien gegenüber durchaus aufgeschlossen. Nachdem er sich zum Beispiel von seinem Agenten die Funktion eines QR-Codes auf der Visitenkarte erklären liess, lag zwei Tage später im Briefkasten der Agentur die folgende Zeichnung:

Den blauen Elefanten zeichnete Dimitri auf dem iPad.

Den blauen Elefanten zeichnete Dimitri auf dem iPad.

Von seinem Sohn David liess Dimitri sich das iPad erklären. Die Zeichnungsfunktion hat es ihm angetan – und schwupp – erschien auf dem Display sein Lieblingstier, der Elefant.

Von seinem Beruf hat der Clown nie Urlaub genommen. Unablässig kritzelte er auf Servietten und schnappte auf, was es in der Welt ringsum zu entdecken gab. Wie oft zückte er mitten im Gespräch sein Notizbüchlein mit der Aufforderung «Wie hast du gesagt, sag das nochmals, ich sammle nämlich gerade Gedanken zum Thema…»

Lieber Dimitri, keine Hommage wird dir gerecht…

Wie sehr die Menschen dich geliebt und geschätzt haben, erfuhr ich, wenn ich manchmal nach der Aufführung hinter dem Büchertisch stand und mir von den Besuchern Anekdoten über ihre Begegnungen mit dir erzählen liess. Wie viele kamen zur Vorstellung, um ihren Kindern oder Enkeln den grossen Clown ihrer Jugend vorzustellen. Theaterstudenten aus aller Welt reisten in die Schweiz, um ihr Vorbild live auf der Bühne zu sehen. Besonders berührt hat mich die Geschichte einer älteren Dame, die vor vielen Jahren im Restaurant servierte, wo du nach einer Aufführung gegessen hast. Du hast damals aus deiner Serviette einen Scherenschnitt gefertigt und ihr spontan geschenkt. Diesen Scherenschnitt hat sie all die Jahre aufbewahrt und kam nun zur Vorstellung, um dir davon zu erzählen.

Du hinterlässt eine grosse Lücke bei deinen Lieben. Aber auch in der Schweizer Kulturlandschaft und bei tausenden von Menschen, deren Herz du berührt hast. «Gute Clowns sind unsterblich», hast du jeweils gesagt. Und es gilt ganz besonders für dich.

Ein Porträt des Clowns von Adriano Heitmann

Ein Porträt des Clowns von Adriano Heitmann

Nachruf von Urs Bühler in der NZZ

Drei Begegnungen mit dem grossen Clown im Schweizer Fernsehen SRF

 

Weihnachtsgedanken 2015

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir

von Angela von Lerber

Das Sujet für meine diesjährigen Weihnachtsgrüsse ist beim Suchen nach der perfekten Perspektive auf dem Dach des Mailänder Doms entstanden. Es könnte die aktuelle Weltlage nicht besser reflektieren:

Skulptur von Tony Cragg auf dem Mailänder Dom

Skulptur von Tony Cragg auf dem Mailänder Dom

Da schiebt sich eine dunkle Gestalt vor den weissen Turm.  Genauso, wie in den letzten Wochen die Angst vor Klimakatastrophen, Terrorismus und Krieg die Schlagzeilen dominierten. Das Ideal eines toleranten Miteinanders weicht schleichend einem pessimistischen Welt- und Menschenbild.

Wo bleiben die guten Nachrichten, die uns in Weihnachtsstimmung versetzen? Was wünscht man sich angesichts der aktuellen Weltlage fürs neue Jahr?

 

Ich habe mich für eine Rückbesinnung auf die Weihnachtsbotschaft „Friede auf Erden“ entschieden. Als Wunsch für all die Menschen, die in diesen Tagen auf der Flucht sind oder in Krisengebieten ausharren müssen. Und als Wunsch für uns alle, die wir die Möglichkeit haben, zu einem friedvollen Zusammenleben beizutragen.

Dankbar für die gute Zusammenarbeit und den Ideenaustausch mit so vielen positiv denkenden Menschen wünsche ich allen Geschäftspartnern, Freunden und Bekannten frohe Festtage und einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.

 

 

Weihnachtsgedanken 2014

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir

von Angela von Lerber

CordobaIst nicht das liebevolle Verpacken von Geschenken eine der schönsten Tätigkeiten vor Weihnachten? – Schenken bedeutet Wertschätzung und ist nichts anderes als Kommunikation. Die Verpackung spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie weckt Vorfreude, wertet das Geschenk auf und übertrumpft manchmal gar den Inhalt. Dennoch bleibt der Inhalt wichtig. Im Idealfall bereitet ein Geschenk noch lange Freude, wenn die Verpackung längst im Abfall liegt.

Auch in der Unternehmenskommunikation ist beides wichtig – Verpackung wie Inhalt. Ich freue mich, wenn ich meine Kunden auch im 2015 wieder beim Erarbeiten langlebiger Inhalte unterstützen darf.

In diesem Sinne: Fröhliches Schenken und Beschenktwerden!

 

 

Darüber reden: Perspektiven nach Suizid

Folge mir
Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
Angela von Lerber
Folge mir

Lyrik und Prosa von Hinterbliebenen nach einem Suizid

(erschienen im September 2013 im Verlag Johannes Petri, Basel)

Lyrik und Prosa von Hinterbliebenen nach Suizid

Was kommt nach dem Tod?

Was kommt nach dem Tod?
Ich weiss es nicht, was nach dem Tod kommt.
Wer weiss das schon.
Niemand.
Doch, du weisst es.
Aber das bleibt dein Geheimnis.
Das du nicht mit mir teilen willst oder kannst?

Nadia L.

Weiterlesen