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Erfolg mit Gefühl: Wie Gefühle uns weiterbringen

Angela von Lerber
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Angela von Lerber ist das Gesicht hinter phil-rouge: Sie konzipiert, schreibt und kreiert Content für On- und Offline-Publikationen.
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Ein Gespräch mit Angelika Borissov zu ihrem neuen Buch

17.10.2017, von Angela von Lerber

Erfolg mit Gefühl – Wie Gefühle uns weiterbringenErfolg mit Gefühl: Wieder ein Rezeptbuch, das uns den sicheren Weg zum Erfolg verspricht? – Nein, das ist es nicht, was Angelika Borissov, die als Business- und Karriere-Coach tätig ist, unter einem erfolgreichen Leben versteht. In ihrem Buch «Erfolg mit Gefühl – Wie Gefühle uns weiter bringen» zeigt die Autorin praktische Wege auf, wie wir uns selbst auf die Spur kommen, indem wir unsere Gefühle – positive wie negative – als Wegweiser für unseren Lebensweg wahrnehmen und nutzen lernen.

In einer digitalisierten Welt, in der alle möglichen Anreize von aussen auf uns einprasseln, hilft uns die Autorin mit einfachen Übungen und Anregungen, uns auf den Weg zu unserer Mitte zu machen. Es ist ein niederschwelliges Buch für jedermann, das zum Reflektieren und Nachfühlen anregt, und aus dessen Themenstrauss man auch einzelne Kapitel herauspicken darf.

Da ich Angelika gegen Ende des Schreibprozesses als Lektorin begleitet habe, lasse ich – statt eine Rezension zu schreiben – die Autorin selbst zu Wort kommen:

Angelika, du hast mehrere Jahre an deinem Buch gearbeitet. Welches Anliegen steckt dahinter?

In einer Welt, in der alles immer technischer und digitaler wird, hat die eigene Gefühlswelt immer weniger Platz. Doch zu uns selbst finden wir über unsere Gefühle. Die Gefahr in der digitalen Welt besteht darin, dass wir uns von uns selbst entfremden. Das Denken und viele Entscheidungen werden uns allzu leicht abgenommen. Wir funktionieren dann nur noch nach dem digitalen Diktat. Mir ist wichtig, dass die Menschen auch die anderen Ebenen wieder mehr pflegen.

Wer soll dein Buch Erfolg mit Gefühl lesen, wer sind deine Wunschleser?

Ich spreche Menschen an, die neugierig und offen sind, die sich im Leben weiter entwickeln und auch etwas dafür tun wollen. Besonders möchte Ich auch jüngere Leser ansprechen, die gerade dabei sind, ihren Berufsweg zu definieren und in dieser Phase den Zugang zu sich selbst und die eigenen Vorlieben ausloten möchten. Ursprünglich plante ich ein Buch, das sich nur um die Berufswelt dreht. Doch im Grunde ist es ein Buch für den Alltag, Das Anliegen, offener zu werden, seine Antennen auszufahren und sich gleichzeitig nach innen mit den eigenen Gefühlen zu verbinden, betrifft das Leben an sich.

Inwiefern bezieht sich Erfolg mit Gefühl auf deine Tätigkeit als Business-und Karriere-Coach?

Praktisch jedes Mal, wenn ich mit Menschen arbeite, kommen wir bei der Frage nach dem Ursprung von Konflikten und anderen Schwierigkeiten  an den Punkt, wo wir gemeinsam feststellen: Das hat mit Emotionen und Gefühlen zu tun. Auch wenn diese auf den ersten Blick gar nicht als solche wahrgenommen werden. Sie sind versteckt. Trotzdem beeinflussen sie die Art, wie jemand ans Leben herangeht und wie das Leben glückt. Oft kommt man über die Gefühle viel schneller zu den Lösungen – und sogar nachhaltiger.

Wann und wie entstand die Idee zu diesem Buch?

Das war vor acht Jahren als Obama gewählt wurde. Ich war begeistert von diesem Mann und fand, dass er eine hohe Kompetenz in Sachen Gefühle gezeigt hat. Schon davor fand ich, dass es an der Zeit wäre, dieses Thema zu bearbeiten. Ich wollte den Leuten etwas in die Hand geben, um selbst an diesem Thema zu arbeiten. Ich bot damals eine Workshop-Serie an, den sogenannten Power Zirkel. Hier erlebten wir, wie viel sich bei einzelnen Teilnehmenden innert kurzer Zeit nachhaltig verändert hatte. Dies bestärkte mich in der Absicht, ein Buch herauszugeben, damit Menschen diese Aspekte für sich verinnerlichen können – auch ohne Workshop.

Welches war die grösste Herausforderung im Entstehungsprozess?

Die grösste Herausforderung war definitiv. dranzubleiben. Ich war zeitweise beruflich so stark ausgelastet, dass ich kaum noch Zeitinseln zum Schreiben fand. So gab es immer wieder längere Unterbrüche. Danach den Faden wieder aufzugreifen, war jedes Mal ein Kraftakt. Das Buch stand in Gefahr, zu einem Flickwerk zu werden.

In der ursprünglichen Version hast du eine erfundene Figur falltypische Episoden durchlaufen lassen. Nun gibst du stattdessen viel Persönliches aus deinem eigenen Leben preis. Für mich hat das Buch dadurch viel an Glaubwürdigkeit gewonnen. Andererseits lässt du die Leser damit sehr nahe an dich herankommen. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Grundsätzlich habe ich damit nur positive Erfahrungen gemacht. Ich glaube, die Menschen schätzen das sehr und finden dadurch einen besseren Zugang zum Thema. Ich musste natürlich die richtige Balance finden. Wie viel möchte ich wirklich preisgeben was nicht? Mit der Endversion fühle ich mich nun sehr gut. Wir sind alle Menschen und jeder hat seine Themen. Wenn ich mich öffne, können andere sich ebenfalls öffnen – auch sich selbst gegenüber.

Wann wusstest du, jetzt ist das Buch fertig?

Das ist eine schwierige Frage. Eigentlich war es ja nie fertig. Es gibt immer noch Verbesserungspotenzial – sei es technisch oder für ein besseres Verständnis. Gegen das Ende hin hat mein Mann mich gerne hochgenommen. Mindestens drei Mal hatte ich schon euphorisch verkündet: Jetzt bin ich endlich fertig mit meinem Buch. Um dann ein paar Wochen später zu sagen: Nein, es ist doch noch nicht fertig. Aber es kam ein Punkt, als klar war: Jetzt ist es inhaltlich und folgerichtig abgerundet. Das Buch sagt aus, was ich zu sagen habe.

Du hast dein Buch Ende Juni im Eigenverlag auf Amazon veröffentlicht. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Offen gestanden habe ich mich noch richtig nicht mit den Verkäufen befasst. Es gab auch Leute, die mich nach anderen Kanälen fragten, weil sie aus Prinzip nicht bei Amazon kauften. Inzwischen ist es dort nicht nur als e-Book, sondern auch als Taschenbuch erhältlich. Ich arbeite gerade an einer Lösung, unter anderem mit books.ch. Grundsätzlich freue ich mich immer über Feedback und Anregungen. Natürlich hoffe ich gleichzeitig, dass ich viele Likes und positive Kommentare erhalte, sei es auf Amazon oder wo auch immer. Am meisten aber wünsche ich mir, dass dieses Buch viel Positives bewirkt bei meinen Leserinnen und Lesern, dass Menschen mehr beeinflussen können in ihrem Leben und es mit mehr Freude gestalten.

Das Buch von Angelika Borissov ist als e-Book und Taschenbuch auf Amazon.de erhältlich: Erfolg mit Gefühl – Wie Gefühle uns weiter bringen, © 2017 Angelika Borissov

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Clown Dimitri – Erinnerungen an sein grosses Künstlerherz

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Clown Dimitri und sein unvergessliches Lachen

Clown Dimitri und sein unvergessliches Lachen

22.7.2016, von Angela von Lerber

In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 2016 schloss Clown Dimitri für immer die Augen. Sein Tod kam überraschend – ganz besonders für die, die ihm nahe standen. Am Vortag noch stand er mit dem Dreigenerationenprogramm «DimiTRIgenerations» zusammen mit seiner Familie auf der Bühne des Teatro Dimitri.

Sein feiner Humor, seine Menschlichkeit und sein breites Lachen werden uns allen fehlen.

Clown, Akrobat und Musikant

An Nachrufen, die das Lebenswerk des grossen Schweizer Künstlers ehren, mangelt es nicht, sodass ich mich gefragt habe, ob es überhaupt angebracht ist, auch noch einen Beitrag zu schreiben. Dennoch möchte ich dem Ehrenreigen ein paar ganz persönliche Erinnerungen anfügen:

Der Name Dimitri, das Teatro in Verscio und die Accademia waren für mich als Kleinkunstliebhaberin natürlich schon immer ein Begriff. Die Erinnerungen an seine Auftritte im Zirkus Knie sind noch lebendig. Ich kannte den Künstler als naiven Clown, Akrobaten und Musikanten. Als Fabulierer, Maler und Ideenfänger lernte ich den liebenswürdigen Clown erst 2010 kennen, als mein Mann Jean-Daniel mit seiner Künstleragentur Profile-Productions das Booking für ihn übernahm. Da war Dimitri bereits 75 Jahre alt und voller Tatendrang.

Dimitri als Karl Vester im Freilichtspiel von Hanspeter Gschwend auf dem Monte Verità

Dimitri als Karl Vester im Freilichtspiel von Hanspeter Gschwend auf dem Monte Verità

Wir besuchten ihn vor wenigen Tagen noch in seinem Haus im Centovalli und schauten ihm bei den Proben zu Hanspeter Gschwends Freilichtspiels „Monteverità – Sogni di un’altra vita – Träume eines anderen Lebens“ in der Rolle des letzten Monteveritaners Karl Vesters zu.

Dimitri, der Menschenfreund

Was Dimitri als Künstler ausmachte – sein feiner Humor, seine unbändige Schaffenskraft und sprudelnde Fantasie – das machte ihn auch als Mensch aus. Und umgekehrt. Starallüren waren ihm fremd. Lernte er eine neue Person kennen, frage er stets: „Und was machst du?“

War er unterwegs auf Tour, fand er zwischen den Aufführungen immer noch Zeit, mit seiner Frau Gunda zu telefonieren, eine Ausstellung zu besuchen oder sich mit Künstlerfreunden und Weggefährten zu treffen. Sass er mit seinem Techniker und Tourbegleitern im Restaurant, wurde diskutiert oder gelacht – und unvermittelt entstand aus einer zusammengeknüllten Papierserviette ein Clowngesicht.

Maler, Fabulierer und Ideenfänger

QR-Code à la Dimitri

QR-Code à la Dimitri

Auch wenn Dimitri sich mit dem Computer als Arbeitsinstrument nicht mehr anfreunden wollte – mit seiner wunderschönen Handschrift kommunizierte er lieber per Fax  – so war er modernen Technologien gegenüber durchaus aufgeschlossen. Nachdem er sich zum Beispiel von seinem Agenten die Funktion eines QR-Codes auf der Visitenkarte erklären liess, lag zwei Tage später im Briefkasten der Agentur die folgende Zeichnung:

Den blauen Elefanten zeichnete Dimitri auf dem iPad.

Den blauen Elefanten zeichnete Dimitri auf dem iPad.

Von seinem Sohn David liess Dimitri sich das iPad erklären. Die Zeichnungsfunktion hat es ihm angetan – und schwupp – erschien auf dem Display sein Lieblingstier, der Elefant.

Von seinem Beruf hat der Clown nie Urlaub genommen. Unablässig kritzelte er auf Servietten und schnappte auf, was es in der Welt ringsum zu entdecken gab. Wie oft zückte er mitten im Gespräch sein Notizbüchlein mit der Aufforderung «Wie hast du gesagt, sag das nochmals, ich sammle nämlich gerade Gedanken zum Thema…»

Lieber Dimitri, keine Hommage wird dir gerecht…

Wie sehr die Menschen dich geliebt und geschätzt haben, erfuhr ich, wenn ich manchmal nach der Aufführung hinter dem Büchertisch stand und mir von den Besuchern Anekdoten über ihre Begegnungen mit dir erzählen liess. Wie viele kamen zur Vorstellung, um ihren Kindern oder Enkeln den grossen Clown ihrer Jugend vorzustellen. Theaterstudenten aus aller Welt reisten in die Schweiz, um ihr Vorbild live auf der Bühne zu sehen. Besonders berührt hat mich die Geschichte einer älteren Dame, die vor vielen Jahren im Restaurant servierte, wo du nach einer Aufführung gegessen hast. Du hast damals aus deiner Serviette einen Scherenschnitt gefertigt und ihr spontan geschenkt. Diesen Scherenschnitt hat sie all die Jahre aufbewahrt und kam nun zur Vorstellung, um dir davon zu erzählen.

Du hinterlässt eine grosse Lücke bei deinen Lieben. Aber auch in der Schweizer Kulturlandschaft und bei tausenden von Menschen, deren Herz du berührt hast. «Gute Clowns sind unsterblich», hast du jeweils gesagt. Und es gilt ganz besonders für dich.

Ein Porträt des Clowns von Adriano Heitmann

Ein Porträt des Clowns von Adriano Heitmann

Nachruf von Urs Bühler in der NZZ

Drei Begegnungen mit dem grossen Clown im Schweizer Fernsehen SRF

 

Identität: Eine Erkundungsreise zum eigenen Selbst

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Ausstellung «Wer bin ich?» im Vögele Kultur Zentrum

Identität: Wer bin ich?Die Ausstellung «Wer bin ich», im Vögele Kultur Zentrum zeigt ein schillerndes Kaleidoskop an Betrachtungen zum Thema Identität. Als Besucherin tauche ich ein in ein 360-Grad-Universum der menschlichen Persönlichkeit. Am Ende der Entdeckungsreise sind meine Sinne vollgesaugt mit bewegenden Eindrücken und Denkanstössen. Doch das, was jeden einzelnen von uns ausmacht, bleibt mir ein Geheimnis und ein umso grösseres Wunder.

Text: Angela von Lerber

«Wer bin ich? Was kann ich wissen, was soll ich tun, was darf ich hoffen?»

Ausstellung IdentitätIch begebe mich zum Eingang, wo ich einen grünen Pass erhalte, in den ich Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Nationalität eintrage – ergänzt mit Geschlecht, Augenfarbe, Haarfarbe und Grösse. Ich bin jetzt jemand. Von da aus führt mich die weisse Spur am Boden durch die Ausstellung. Ob ich auf dieser Erkundungsreise mir selbst begegne? – Vielleicht.

Ganz sicher aber werde ich den unterschiedlichsten Lebensentwürfen und Persönlichkeitsmerkmalen gegenüberstehen. Zum Beispiel den schwer unterscheidbaren Charakterzügen eineiiger Zwillingspaaren. Oder der Mutter eines transsexuellen Kindes, das schon als zweijähriger Junge beginnt,  gegen das angeborene Geschlecht aufzubegehren. Ich schaue mir ein Filmprojekt an, bei dem Touristen und Flüchtlinge auf Lesbos sich auf eine persönliche Begegnung einlassen. Der Weg führt mich vorbei an Schicksalen, von Checkpoint zu Checkpoint, bis ich im Spiegelkabinett der Psyche ankomme. «Bin ich, wer ich sein möchte?», empfängt mich der Schriftzug über dem letzten Ausstellungraum.

Das Ausstellungskonzept

Die beiden Kuratoren, Pia Marti und Jon Bollmann, beleuchten die menschliche Identität in ihren vielfältigsten Facetten: Was steckt als Anlage bereits fest in unseren Genen? Bestimmen die Sterne unser Geschick oder sind es Herkunftsfamilie und Kultur, in die hinein wir geboren wurden? Prägen einschneidende Lebensereignisse unsere Identität, oder liegt es in unserer eigenen Hand, wie wir unser Selbst ausgestalten?

Zahlreiche Forscher sind sich heute einig, dass vererbte Eigenschaften und äussere Einflüsse sich gegenseitig beeinflussen. Indem wir uns selbst reflektieren und mit der Umwelt interagieren, erschafft sich das Ich immer wieder neu. Die Ausstellungsmacher laden uns ein, uns dieser Komplexität zu stellen. Von Checkpoint zu Checkpoint führen sie uns durch sieben Teilaspekte unserer Identität:

  1. Beginn des Lebens: Dass wir überhaupt entstanden sind, bleibt ein Mysterium.
  2. Herkunft: Die ersten Lebensjahre verbringen wir mit der Familie, in die wir hineingeboren wurden. Dies formt unsere Identität ganz wesentlich.
  3. Kultur: Die Gesellschaft, in die hinein wir geboren wurden, prägt unsere Werte, unsere Traditionen, die Sprache, Religion und Sitten.
  4. Nationalität: Die Geografie, das Heimatgefühl, die politischen Machtkonstellationen sowie Mythen und Legenden unseres Landes bestimmen unsere Wurzeln.
  5. Körper: Unser Aussehen und der Körper sind Teil unserer Identität. Sie verändern sich ständig durch Wachstum, Eingriffe, Unfälle, Krankheiten und das Altern.
  6. Status: Der Wunsch nach Status widerspiegelt unsere Sehnsucht nach Anerkennung.
  7. Psyche: Die Psyche ist das Unfassbarste und dennoch der innerste Kern unserer Identität.

«Erkenne dich selbst!»

Empfangen werden wir als Besucher mit den Worten des Orakels von Delphi: «Erkenne dich selbst», um es gleich anschliessend auf der interaktiven Installation der Künstlerin Mary Corey March zu versuchen: Auf einer mit Ich-Aussagen vollbespickten Pinnwand darf jeder seinen individuellen Lebensfaden auswählen und von Identitätsmerkmal zu Identitätsmerkmal weben. So bildet sich aus den Identitäten der Ausstellungsbesucher ein buntes Gemeinschaftsgewebe.

Leben wir vorbestimmt oder selbstbestimmt?

Der Frage, ob es die Gene sind, die unsere Persönlichkeit bestimmen, geht die dänische Neurobiologin und Journalistin Lone Frank auf den Grund. Die Ausstellung zeigt die Reise ihrer Recherchen in der Arte-Doku «Mein genetisches Ich», die auch auf dem Internet zugänglich ist:

Nationale Identität: Ist unsere Prägung relativ?

Lewis Davidson Identität

Lewis Davidson
Eigtheen Flags, seit 2014. Polyester-Flaggen der
Länder Bahrain, Dänemark, England, Georgien,
Grönland, Indonesien, Japan, Kanada, Lettland,
Monaco, Peru, Polen, Österreich, Schweiz, Singapur,
Tunesien, Türkei und Tonga.
Masse variabel.
Foto: © Hannes Thalmann

Nicht alle Aspekte unserer Identität sind so fix, wie wir glauben. Mit diesem Aspekt setzt sich der Künstler Lewis Davidson in seinem Werk «Eighteen Flags» auseinander. Er relativiert unsere Zugehörigkeit zu einer Nationalität, indem er die rotweissen Polyesterflaggen von 18 Ländern auftrennt und einzeln als Fadenknäuel präsentiert: Worin unterscheiden sie sich jetzt noch?

 

 

 

 

 

Kombination von Themenschau und künstlerischer Auseinandersetzung

Ausstellung IdentitätDas Einzigartige an dieser Themenschau ist, dass sie informative und experimentelle Elemente mit Werken zeitgenössischer Künstler kombiniert. Das Vögele Kultur Zentrum sei schweizweit das einzige Haus mit diesem ganzheitlichen Ansatz, lasse ich mir von Nadia Sambuco sagen, die beim Kulturzentrum für die Kommunikation zuständig ist.

Müsste ich jede Station beschreiben, die mich tief beeindruckt hat, nähme dieser Beitrag kein Ende. Die Ausstellung zeigt einen Reichtum an Betrachtungsweisen und Formen der Auseinandersetzung, aus denen ich nur ungern wieder entlassen werde. Das Thema Identität betrifft jeden einzelnen von uns. Ob er nun etwas auf sich hält, oder sich am Rand der Gesellschaft bewegt. Ich wünsche der Ausstellung deshalb, dass viele sie besuchen und mit gestärktem Selbstbewusstsein wieder verlassen.